Geschäfte zwischen Österreich und Slowenien werden auch dieses Jahr blühen

Geschäfte zwischen Österreich und Slowenien werden auch dieses Jahr blühen
Geschäfte zwischen Österreich und Slowenien werden auch dieses Jahr blühen
  28.06.2018  |  15:15
Čas branja: 11 min
Wie erobern slowenische Unternehmen den österreichischen Markt?

Österreich ist ein Land mit vielen Chancen, aber der Erfolg kommt nicht von selbst, die Beziehungen mit den österreichischen Partnern müssen sorgfältig gepflegt werden und man muss immer wieder hervorstechen, so kann die Umfrage unter den führenden slowenischen Exporteuren darüber zusammengefasst werden, wie vergangenes Jahr die Geschäfte auf dem österreichischen Markt gelaufen sind und was sie für Ambitionen haben.

Akrapovič ist in Österreich führend bei Auspuffanlagen für Motorräder

Der international anerkannte Hersteller von Auspuffsystemen für Motorräder und Autos Akrapovič hat seinen Vormarsch auf die Weltmärkte vor zwei Jahrzehnten auf dem österreichischen Markt begonnen und das kommt ihm noch heute zu Gute, denn Österreich war im Jahr 2017 gemessen an absoluten Verkaufszahlen einer der bedeutendsten Exportmärkte. Akrapovič hat dort den Verkauf vergangenes Jahr um gut 14 Prozent erhöht und ähnliches erhofft man sich auch dieses Jahr, auch wegen der verstärkten Zusammenarbeit mit dem österreichischen Hersteller von Motorrädern KTM Group, der für dieses Jahr viele neue Modelle ankündigt.

„KTM ist einer der bedeutendsten Partner unseres Unternehmens, mit ihm arbeiten wir auch im sportlichen Bereich zusammen“, sagt man beim Unternehmen Akrapovič. Unter den meistverkauften Produkten in Österreich werden die Auspuffsysteme für Scooter, Motorräder Yamaha, Kawasaki und BMW in den Vordergrund gestellt, und bei den Autos sind die Auspuffe für BMW, Audi und Porsche am beliebtesten. Nach der ersten Bewertung hat Akrapovič vergangenes Jahr zum ersten Mal in der Geschichte seiner Existenz den Meilenstein von 100 Millionen Euro Umsatz überschritten.

Impol wird Gehäuse für KTM-Motorräder herstellen

Für die slowenische Gruppe Impol, den führenden Hersteller von Alustangen für die Autoindustrie in Europa, ist Österreich der fünftbedeutendste Markt. Vergangenes Jahr hat man hier 4,5 Prozent der Verkaufserlöse erwirtschaftet, und ansonsten verkauft Impol seine Produkte an mehr als viertausend Abnehmer aus 50 Ländern. Nach den ersten Bewertungen hat das Unternehmen vergangenes Jahr 700 Millionen Euro an Erlösen erwirtschaftet, aber noch ambitiöser sind die Pläne der Gruppe für die Zukunft: ihr Ziel ist es nämlich, 300.000 Tonnen an Aluprodukten zu produzieren, womit sie sich einem zehnprozentigen Marktanteil in Europa sowie auch einer Milliarde Euro an Erlösen nähern würde.

Dieses Ziel kommt für das Unternehmen immer näher, auch wegen neuer Geschäfte mit den führenden europäischen Herstellern von Motorrädern, wie der österreichischen KTM Group, der deutschen Marke BMW und anderen, für die es Stoßdämpfergehäuse für Motorräder herstellen wird. Der Eintritt in diesen Markt ist neu für Impol und die Tür dafür haben sie sich durch eine innovative Technologie geöffnet, mit der die Eigenschaften des Gehäuses verbessert werden. Auf dem österreichischen Markt sind sie mit gewalzten sowie mit gepressten Produkten aus Aluminium präsent, wobei sie den größten Marktanteil mit gepressten Produkten abdecken, wie zum Beispiel Stangen, Rohre und Profile, die für die weitere Bearbeitung in der Autoindustrie bestimmt sind, sagte Andrej Kolmanič, Exekutivdirektor der Gruppe Impol. Die Gruppe hat Werke in Slowenien, Kroatien und Serbien, und ihre Produkte finden sozusagen in allen Branchen Anwendung: der Auto-, Metall-, Pharma-, Ernährungs- und Kosmetikindustrie.

Cleangrad rechnet von Jahr zu Jahr mit mehr Aufträgen auf dem österreichischen Markt

Die österreichischen Pharma- und Gesundheitsunternehmen investieren in den letzten Jahren vermehrt in ihre Erneuerung und Ausweitung der Produktion. Für das slowenische Unternehmen Cleangrad, das Spezialist für die Projektierung und den Bau von Reinräumen ist, wird der österreichische Markt zu einem der bedeutendsten und auch einer, wo es das schnellste Wachstum erreicht, denn in den vergangenen zwei Jahren ist der Umsatz mit den österreichischen Käufern um mehr als 60 Prozent gestiegen. „Das Tochterunternehmen in Wien und die Nähe des österreichischen Markts ermöglichen uns, dass wir schnell reagieren, wir erreichen kürzere Lieferfristen und das ist die Flexibilität, die heute im Geschäft gesucht wird“, sagt Jernej Zupančič, Direktor von Cleangrad, desen Unternehmen vergangenes Jahr insgesamt gut 10 Millionen Euro an Erlösen erwirtschaftet hat und ähnliches erhofft man sich auch dieses Jahr.

Cleangrad arbeitet fast komplett für die westeuropäischen Märkte, am meisten für den belgischen Markt. In Österreich werden die Lösungen des slowenischen Unternehmens unter anderen von den Unternehmen Octapharma, Croma Pharma, GE Healthcare, Sanochemia Pharmazeutica, Sandoz, Kwizda Pharma und dem Krankenhaus der Elisabethinen Linz genutzt, um nur einige zu nennen.

Lotrič Meroslovje wird in Österreich auch weiterhin einstellen

Die Entscheidung für die Ausweitung auf den österreichischen Markt hat sich auch für das Unternehmen Lotrič Meroslovje bezahlt gemacht, das Kalibrierungen, Tests und Verifizierungen durchführt, eigene Metrologie-Produkte und Lösungen entwickelt und einheimische sowie ausländische Hersteller von Mess-, Pharma- und Labortechnik vertritt. Diesen strategischen Schritt haben sie vor zwei Jahren gemacht, als sie in Villach in Österreich das Unternehmen LOTRIČ Messtechnik gründeten und begonnen haben, ihre Dienstleistungen zu vermarkten. Der Direktor ist Österreicher, der das slowenische Gymnasium besuchte und die slowenische und deutsche Sprache gut beherrscht. „Der österreichische Markt hat unheimlich viel Potenzial, deswegen muss man sich bemühen und investieren. Wir sind dabei erfolgreich, denn wir hatten vergangenes Jahr im Vergleich zum Jahr 2016 in Österreich ein 60-prozentiges Wachstum“, sagt Lotrič, Eigentümer der Gruppe, die in sechs Ländern schon über 110 Experten aus dem Bereich der Metrologie verbindet.

Das Geschäft scheint auch dieses Jahr gut zu werden, deswegen werden sie auf dem österreichischen Markt noch einstellen. Neue Gelegenheiten eröffnen sich auch mit dem Smart-System für die automatische Überwachung von Umweltbedingungen und Mustern, genannt EXACTUM, das verschiedenste Parameter (Temperatur und relative Feuchtigkeit, CO2-Wert, pH, Anwesenheit von Kohlenmonoxid, Sonneneinstrahlung, Luftstrom usw.) misst und die Automatisierung von Geschäftsprozessen in der Industrie, Medizin, in Labors, Lagern, Gewächshäusern, Galerien, beim Transport beziehungsweise überall dort, wo kontrollierbare Bedingungen notwendig sind, ermöglicht.

Domel setzt auf Elektro- und Hybridautos

Das slowenische Unternehmen Domel ist einer der führenden Entwicklungslieferanten von Elektromotoren für Staubsauger weltweit. Hiervon kündet eindrucksvoll die Angabe, dass mindestens ein Drittel der Europäer ihre Wohnungen mit Staubsaugern saugt, in welche Saugeinheiten von Domel eingebaut sind, ansonsten setzt sich dieses Unternehmen immer mehr als Hersteller von elektronisch kommutierten Motoren durch, die in Gartengeräten, Belüftungssystemen und industriellen Absaugungsanlagen sowie in der Medizin benutzt werden, sowie als Lieferant für die Autoindustrie.

Die Elektromotoren von Domel sind auch in den Gartengeräten anerkannter Marken wie Stihl und Viking verbaut, die in Österreich hergestellt werden. Vergangenes Jahr hat Domel Erlöse von 140 Millionen Euro erwirtschaftet, das meiste auf dem deutschen Markt, auf den ein Fünftel des Verkaufs entfällt, und auf dem österreichischen Markt werden 8 Prozent der Erlöse erwirtschaftet. Das Ziel der Gesellschaft ist es, durch den Verkauf von Motoren und Komponenten an die Autoindustrie ein gutes Drittel der Erlöse zu erwirtschaften. Ihre Gelegenheit sehen sie vor allem in der Autoelektrifizierung. Der Motor von Domel wird unter anderem schon in die Elektro- und Hybridfahrzeuge der Marken BMW und VW eingebaut.

„Durch Verstärkung der Schlüsseltechnologien auf dem Gebiet des Stanzens und Spritzgießens laminierter Pakete und Rotoren mit beständigen Magneten beteiligen wir uns aktiv an der Autoelektrifizierung, wo wir mit entwicklungstechnologischen Kompetenzen sowohl eine hohe Materialeffizienz unserer Lösungen als auch höchste Energieeffizienz gewährleisten“, sagt unter anderem Matjaž Čemažar, Vorstandsvorsitzender von Domel.

Das Unternehmen Magneti Ljubljana wird auch dieses Jahr wachsen

Magneti Ljubljana stellt hochwertige Magnete und Magnetsysteme her, die ein unentbehrlicher Teil jedes Handys, Autos und sonstiger moderner Technologien sind. 93 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen durch Export, davon fast die Hälfte auf dem deutschen Markt, eine große Gelegenheit sieht man aber auch auf dem österreichischen Markt. „In Österreich gibt es nämlich zahlreiche Unternehmen, die magnetische Materialien brauchen, größtenteils sind das Lieferanten der Autoindustrie und Unternehmen, die Elektromotoren für verschiedene Applikationen herstellen. Trotz des kleinen Anteils des österreichischen Markts am Absatz erwarten wir, dass sich dieses Bild in den kommenden Jahren zum Besseren ändert“, betont man im Unternehmen Magneti, das schon mehr als 60 Prozent seiner Magnete für die Autoindustrie herstellt.

Im Vergleich mit dem Jahr 2016 hat es vergangenes Jahr den Verkaufsumfang um zehn Prozent erhöht und man erhofft sich durch zahlreiche neue Projekte, die schon in der Endphase sind, auch dieses Jahr ein ähnliches Wachstum. Im Unternehmen begann vor zwei Jahren der Übergang auf das neue Informationssystem SAP HANA, um die Geschäftsprozesse zu digitalisieren, und dieses Jahr wird man mit der Einführung neuer Technologien fortfahren.

Perutnina Ptuj möchte in die Regale der österreichischen Händler gelangen

Für das Fleischverarbeitungsunternehmen Perutnina Ptuj stellt Österreich schon ein Viertel des Auslandsverkaufs dar. Mit seinen Produkten ist es vor allem im Großhandel und Discountgeschäften präsent, das Unternehmensziel ist es aber, mit dem Fleisch und Fleischprodukten auch in die Regale der größeren Händler in Österreich zu gelangen. „Die geografische Nähe und damit verbundene kurze Transportwege sowie die Flexibilität sind unsere Vorteile, die anspruchsvolle österreichische Käufer sehr schätzen. Wir planen ein intensives Wachstum auch in der Zukunft, denn wir möchten auch in allen großen Handelssystemen vertreten sein und unseren Fleischverkauf der Linie Natur Premium noch verstärken“, kündigt David Visenjak an, Handels-Exekutivdirektor bei Perutnina Ptuj.

Die österreichischen Konsumenten greifen gerne nach frischem Hühnerfleisch und vorbereiteten Produkten, und das Unternehmen sieht auf dem österreichischen Markt auch in den Mehrwertprodukten neue Möglichkeiten. Das Unternehmen exportiert etwa 65 Prozent der Produkte, das Meiste auf die Märkte von Zentral- und Südosteuropa sowie Märkte, wo sie mit eigenen Handelsunternehmen aufgestellt sind. Das sind Österreich, Mazedonien und Rumänien.

Litostroj Power ist auch beim Bau des Wasserkraftwerks GKI dabei

Österreich steht im europäischen Ländervergleich bei nach dem Anteil von aus Wasserkraft gewonnenen Strom auf dem zweiten Platz hinter Norwegen, betont man im Unternehmen Litostroj Power, das sich mit der Projektierung, dem Bau von Wasserkraftwerken und der Herstellung von Energetik- und Industrieausrüstung beschäftigt. Dieses slowenische Unternehmen arbeitet schon seit dem Jahr 2006 mit dem größten österreichischen Unternehmen für Stromerzeugung und Verkauf Verbund zusammen; vor einigen Jahren haben sie das Wasserkraftwerk Weinzödl an der Mur mit neuen Turbinen und Generatoren ausgestattet und vergangenes Jahr haben sie mit dem österreichischen Giganten einen Vertrag für den Modelltest und die Lieferung von zwei Getrieben für das Pumpkraftwerk Häusling in Tirol unterschrieben.

In Österreich arbeitet Litostroj Power auch mit anderen Stromerzeugern und Verteilern zusammen; sie werden der österreichischen Tiwag eine Wasser- und zwei Vorturbinenklappen für das Wasserkraftwerk GKI (Gemeinschaftskraftwerk Inn) liefern, das mit einem Investitionswert von über 460 Millionen Euro derzeit als das größte europäische Projekt für den Ausbau von Wasserkraftwerken gilt. „Weil sich die Investitionsaktivität in Österreich auf dem Gebiet des Baus und der Erneuerung der Wasserkraftwerke in den vergangenen zwei Jahren beträchtlich verstärkte, erwarten wir noch in diesem Jahr neue Verträge auf diesem für uns sehr bedeutenden Markt“, betonen sie unter anderem bei Litostroj Power.

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