Werkzeughersteller brauchen keine Angst um ihr Geschäft zu haben

Werkzeughersteller brauchen keine Angst um ihr Geschäft zu haben
Werkzeughersteller brauchen keine Angst um ihr Geschäft zu haben
  28.06.2018  |  13:15
Čas branja: 8 min
Wie erobern slowenische Werkzeughersteller die deutschen Kunden

Der Werkzeugbau ist eine der Schlüsselbranchen in Slowenien. Slowenische Werkzeughersteller erzielten voriges Jahr ca. 500 Millionen Euro Einnahmen, was 11,6 % mehr ist als im Vorjahr, in dem ca. 410 Millionen Euro Einnahmen erzielt wurden. Die meisten, und zwar gut 64 Prozent der Einnahmen wurden im Ausland erzielt, mit Abstand am meisten in EU-Ländern, betont Janja Petkovšek, Geschäftsführerin des Verbands für Metallindustrie bei der slowenischen Wirtschaftskammer.

Auch voriges Jahr war der wichtigste Markt der slowenischen Werkzeughersteller Deutschland, wohin ca. die Hälfte des slowenischen Exports ging. Darauf folgen Frankreich, Italien und Großbritannien. „Auch der Vertrieb auf dem russischen Markt steigt, weil die Nachfrage nach Werkzeugen zunimmt“, sagt Aleš Hančič, Direktor des slowenischen Werkzeugbauentwicklungszentrums (TECOS), der Interessenvereinigung der Branche.

Wachstum auf den Flügeln der Autoindustrie

Der Werkzeugbau, dessen Wurzeln bis zurück in die Zeit der Donaumonarchie reichen, ist in Slowenien sehr gut entwickelt. Das zeigt sich auch darin, wie gut slowenische Werkzeughersteller mit wichtigen Weltkonzernen zusammenarbeiten und schon traditionell ein wichtiger Lieferant der deutschen Autoindustrie sind, die für sehr strenge Anforderungen bekannt ist, vor allem was die Lieferfristen, die Qualität, die Art der Geschäftstätigkeit und andere Anforderungen betrifft.

„Slowenische Werkzeughersteller kooperieren mit allen großen europäischen Autoherstellern, Werkzeuge werden aber auch für bekannte Marken der höheren Preisklasse gefertigt, wie zum Beispiel Jaguar, Ferrari und andere“, betont Hančič. Wie er sagt, schätzen die deutschen Partner vor allem die hohe Zuverlässigkeit und hohe Qualität der slowenischen Werkzeughersteller. Ein wichtiger Vorteil ist auch die Nähe des slowenischen Marktes, weil die Transportkosten niedriger sind und die Lieferungen sowie der Service schneller erfolgen können. Ein wichtiger Faktor ist auch der Preis und „hier wird der slowenische Werkzeughersteller als ein zuverlässiger Partner mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis anerkannt“, betont Hančič.

Im Werkzeugbau herrscht die Regel, dass jeder investierte Euro sich 100-fach amortisiert, deshalb ist es sehr wichtig, dass die Werkzeuge hochwertig gefertigt werden. Wie Hančič sagt, verwenden slowenische Unternehmen heute bei der Werkzeugherstellung moderne Computersimulationen, die das Risiko eines Produktfehlers verringern.

Auch dieses Jahr sieht es gut aus

Auf die Frage, wie die Aussichten für das Geschäft der Werkzeughersteller in diesem Jahr sind, antworten beiden Geschäftsleute, dass die Aussichten gut sind, denn die Aufträge steigen und alle slowenischen Werkzeughersteller arbeiten mit voller Kraft. Ihre Kapazitäten sind momentan und auch weit im Voraus ausgelastet. Um auch in der Zukunft diesen Zustand zu erhalten, investieren Werkzeughersteller vermehrt in den Kapazitätsausbau. „Am meisten wird in neue Maschinen und in die Vergrößerung der Produktionskapazitäten investiert, denn Unternehmen treffen wegen ihrer Kapazitätsgrenzen auf das Risiko, dass sie nicht alle Aufträge annehmen können“, betont Hančič. Als Hauptziele und Herausforderungen der Werkzeughersteller betont unser Gesprächspartner die Stärkung des Wachstums auf den existierenden europäischen Märkten und dort, wo „wir noch zu wenig erreicht haben, zum Beispiel in Großbritannien und in den USA. Mehr könnte auch in der Entwicklung und in der Digitalisierung der Produktion getan werden“, fügt Hančič hinzu.

Petkovšek betont aber, dass die Kunden heute die Lieferanten bevorzugen, die die Entwicklung verfolgen und mit denen sie eine langfristige Partnerbeziehung hergestellt haben und gerade das ist heute der Mehrwert der slowenischen Werkzeughersteller, die über viele moderne technische Kenntnisse verfügen und erfolgreich mit anderen Spitzenlieferanten konkurrieren. Die größte Herausforderung und die größte Gelegenheit der slowenischen Werkzeughersteller sieht aber unsere Gesprächspartnerin in den neuen Technologien und in der Entwicklung neuer Verbundwerkstoffe, die mit ihrer hybriden Struktur die gewünschten Eigenschaften von Produkten sicherstellen, sowie in der Digitalisierung der Branche. Zweifellos werde aber die Werkzeugbaubranche in Zukunft die neuen Geschäftsmodelle in bedeutender Weise beeinflussen, die immer mehr mit dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung verbunden sein werden.

„Die Verbraucher sind immer bewusster und erwarten von ihren Lieferanten einen verantwortungsvollen Umgang, sowohl mit der Gesellschaft als auch mit der Natur.“ Dieser Ansatz setzt sich immer stärker in der Industrie durch, und das könnte eine Gelegenheit für eine technisch entsprechend entwickelte Werkzeugbaubranche mit nachhaltig orientierter Entwicklung sein“, ergänzt Petkovšek.

Bei Kovinoplastika Lož rechnet man dieses Jahr mit einem Rekordverkauf

Deutschland ist Hauptabsatzmarkt für den Werkzeughersteller Kovinoplastika Lož, der sich in den vergangenen Jahren auf die Fertigung von Werkzeugen für Blechverformung spezialisiert hat. „Wir konzentrieren uns auf die Herstellung von komplexen Werkzeugen mit größeren Maßen. In den vergangenen sechs Jahren sind unsere Kapazitäten überdurchschnittlich ausgelastet. Die meisten Werkzeuge exportieren wir, den Großteil an unsere europäischen Kunden, wir arbeiten aber auch mit Mexiko, der Russischen Föderation und mit China zusammen. Die meisten Kunden kommen aus der Autoindustrie“, sagt Boštjan Ovsec, Geschäftsführer der Werkzeugmacherei, die auf dem internationalen Markt unter den Markennamen KovinoTOOLS auftritt.

Aufträge für dieses Jahr und für den Anfang des kommenden Jahres hat das Unternehmen schon erhalten, und der Trend der Rekordeinnahmen in Höhe von 13 Millionen Euro setzt sich auch dieses Jahr fort. Geplant ist, die Geschäftstätigkeit in Zukunft noch zu erweitern, deshalb entwickelt man das Modell „One-Stop-Shop“, das bedeutet, dass alle Bedürfnisse der Kunden an einer Stelle abgedeckt werden bzw. dass dem Kunden eine Dienstleistung von der Entwicklung des technischen Engineerings, der Fertigung von Prototypwerkzeugen und Prototypen, bis zu der Herstellung von Produkten in kleinen und mittelgroßen Serien angeboten wird. „Besonderen Wert legen wir aber auf die Entwicklung und Ausbildung unserer Mitarbeiter und planen deshalb auch zusätzliche Arbeitsplätze“, heißt es bei Kovinoplastika Lož.

„Investitionen in die Entwicklung, die Arbeitskräfte und den Markt haben sich gelohnt. Unsere Grundstrategie ist eine Differenzierung. Von der Konkurrenz möchten wir uns bei der Qualität und dem Umfang der begleitenden Dienstleistungen unterscheiden. Wegen der hohen Qualität bei durchgeführten Werkzeugherstellungprojekten sind wir bekannt geworden, und die Kunden kommen mit ihren Aufträgen zurück zu uns, was den guten Ruf unseres Unternehmens stärkt. Dadurch konnte sich unser Verkauf wesentlich erhöhen“, ergänzt Ovsec.

Oro Met will Rekord vom vorigen Jahr überbieten

Mit einem Wachstum rechnet man dieses Jahr auch bei Oro Met, einem Unternehmen der Gruppe Slovenska industrija jekla (Slowenische Stahlindustrie). Oro Met stellt keine Werkzeuge her, sondern Applikationen für Werkzeughersteller, z.B. Platten und Gehäuse für jeden Werkzeugtyp, entweder zum Spritzgießen von Thermoplasten, Aluminiumdruckguss, Blechkrümmen oder für Schneidewerkzeuge. „Unsere Hauptkunden sind Werkzeughersteller, die die Werkzeuge für Kunststoff- und Aluminiumverformung für die Autoindustrie fertigen. Nach unseren Produkten fragen aber auch Maschinenhersteller“, betont Jernej Pavlin, Geschäftsführer von Oro Met, einem Unternehmen mit Rekordergebnissen im vorigen Jahr.

Wie für die meisten slowenischen Werkzeughersteller ist der deutsche Markt auch für Oro Met der wichtigste und der Hauptmarkt, auf dem das Unternehmen 50 Prozent seines Umsatzes erzielt. Dem deutschen Markt folgt der slowenische, auch die Nachfrage steigt auf beiden Märkten. „Nach unseren Produkten fragen von deutscher Seite aus vor allem große und auch kleinere europäische Werkzeughersteller, die Werkzeuge für verschiedene Industrien fertigen, vor allem für die Autoindustrie“, sagt Pavlin.

Oro Met erzielt seit Jahren ein Wachstum von durchschnittlich 15 Prozent jährlich. Auf dem europäischen Markt sieht man noch große Chancen, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Benelux, Großbritannien und Skandinavien.

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