Unser Motto ist „Eis ohne schlechtes Gewissen“

Unser Motto ist „Eis ohne schlechtes Gewissen“
Unser Motto ist „Eis ohne schlechtes Gewissen“
  28.06.2018  |  15:00
Čas branja: 9 min
Interview: Boštjan Jerončič, Geschäftsführer bei Incom

Es war das Jahr 1991, als der Gastwirt Andrej Slokar in seiner Garage in der slowenischen Stadt Ajdovščina in der Nähe der slowenisch-italienischen Grenze die Eisproduktion startete und das Eis in seinem Lokal verkaufte. Heute, also ein Vierteljahrhundert später, beschäftigt sein Unternehmen Incom mehr als 330 Angestellte. Das Eis wird in 46 Länder exportiert, auch in das ferne Australien und Neuseeland. Im Ausland erzielt das Unternehmen heute schon mehr als 90 Prozent seiner Einnahmen, Deutschland ist dabei der führende Absatzmarkt.

Neben den Marken für die größten Handelsketten in Europa und auf der restlichen Welt, die den größten Anteil des Geschäfts darstellen, möchte das Unternehmen die weltweiten Konsumenten auch mit der eigenen Eismarke Leone erobern, mit der momentan ca. fünf Prozent der Einnahmen erzielt werden. Einen wichtigen Erfolg erzielte das Unternehmen im Frühling, als es auf der internationalen Messe der Hersteller von Tiefkühlprodukten Waber den prestigeträchtigen Preis für das innovativste Eis gewonnen hat, und zwar für ein proteinreiches Vanilleeis am Stiel und Joghurt­eis mit Fruchtstückchen und Getreide am Stiel, das unter der Eigenmarke Leone Al!ve vertrieben wird. Wie eine eigene Eismarke aufgebaut wird, und auch wie Deutschland sowie andere Auslandsmärkte erobert werden, darüber haben wir mit dem Geschäftsführer von Incom, Boštjan Jerončič, gesprochen.

Im März gewann das Unternehmen Incom in Paris den internationalen Preis Wabel für das innovativste Eis unter der Marke Leone Al!ve. Wie wichtig ist dieser Preis für Sie und was bedeutet er Ihrem Geschäft?

Wabel ist eine der wichtigsten europäischen Messen von Tiefkühlprodukten. Auf dieser Messe treffen sich alle relevanten Händler und der Preis ist für uns sehr wichtig, denn er wird von der unmittelbaren Konkurrenz und von Händlern, die unser Eis verkaufen, verliehen. Für die beiden Produkte haben wir auch eine Goldmedaille der slowenischen Wirtschaftskammer gewonnen, und wir sind auf beide Preise sehr stolz. Die Auszeichnung der slowenischen Wirtschaftskammer stellt eine Anerkennung auf dem Inlandsmarkt dar, der Wabel-Preis ist aber wichtig, weil er im Bereich der innovativen und frischen Produkte verliehen wurde. Wir sind stolz darauf, dass wir das erste Unternehmen sind, dem es gelungen ist, ein proteinreiches Eis am Stiel herzustellen. Das Protein- oder Eiweißeis steht wegen seiner Struktur meistens in einem Gebinde oder in einem Becher zur Verfügung.

Proteinreiche Produkte sind immer mehr im Trend. Was hat das Interesse an Proteinen bei Ihnen geweckt und welche Kunden werden mit diesen Produkten angesprochen?

Proteinreiche und eiweißreiche Produkte sind heute immer mehr im Trend, nicht so sehr beim Eis als in anderen Lebensmittelbereichen, wie etwa bei Schokolade, Eiweiß- und Proteinriegeln oder anderen Produkten. Proteinreiche Produkte schmecken nicht immer so gut, wir haben es aber geschafft, den besten Geschmack zu erzielen. Das Eis Leone Al!ve verfügt über mehr als zwölf Prozent Proteine und man darf es sich ohne schlechtes Gewissen gönnen. Unsere Zielgruppe sind vor allem Sportler und die, die aktiv Sport treiben. Proteinreiches Eis enthält keinen zusätzlichen Zucker, nur Naturfarben und Naturaromen.

Wie wird die Marke im Ausland aufgebaut, durch welche Kanäle werden Sie die Verbraucher ansprechen - mit Kochsendungen, durch lokale Radiostationen, soziale Medien?

In Slowenien sprechen wir die Verbraucher vor allem über soziale Medien wie Instagram oder Facebook an, wo wir die Vorteile der gesunden Mahlzeit am Eisstiel und der gesunden Lebensweise vorstellen, sowie mit Verkostungen. Im Ausland helfen uns dabei auch bestimmte Handelsketten, die unsere Marke Leone Al!ve als ihre eigene Marke anerkannt haben und auch alleine verkaufen und bewerben. Die Reaktion der Verbraucher ist ausgezeichnet.

Welche Marketingaktivitäten sind notwendig, um die Verbraucher zu überzeugen, dass man sich das Eis gönnen kann, ohne dass sie sich Sorgen wegen des Zuckers machen müssen?

Schon das Aussehen und der Geschmack müssen den Verbraucher davon überzeugen, dass das Produkt gesund ist und gut schmeckt. Genauso wichtig ist aber auch, dass das, was in der Deklaration steht, stimmt. Wir werden als Verbraucher immer bewusster und bei dem Inhalt und Deklarationen immer aufmerksamer. Von den Herstellern verlangen wir berechtigterweise immer mehr, und so ist es auch beim Eis.

Auf wie vielen Märkten sind Sie schon vertreten und welche Märkte möchten Sie noch erobern?

Heute findet man unsere Produkte auf 46 Märkten. Mit unserer eigenen Marke Leone und unserer Untermarke Leone Al!ve sind wir auf 23 Märkten aktiv: von Westeuropa, Deutschland, Großbritannien bis nach Australien und Neuseeland. Unser Wunsch ist es aber, mit Leone noch mehr Länder zu erobern.

Mit protein- und eiweißreichem Eis sind Sie auch auf dem deutschen Markt präsent. Wo können die deutschen Verbraucher Ihr Eis kaufen?

Auf dem deutschen Markt sind wir schon lange vertreten. Mit dem Verkauf von Leone Al!ve haben wir Anfang April angefangen und sind in drei großen Handelsketten präsent, auch bei Kaufland und bei Metro in ganz Deutschland. Der Verkauf hat im ersten Monat unsere Erwartungen übertroffen und wir haben die in Verkaufsaktionen geplante Menge überschritten. Deutschland war auch der Eintrittsmarkt für andere Märkte, denn die meisten westeuropäischen Länder folgen sehr dem Geschehen auf dem größten europäischen Markt. Auch wegen des Verkaufs bei Kaufland haben einige deutsche Blogger unser Produkt in Ihren Blogs veröffentlicht, die einen modernen Zugang zu den Verbrauchern darstellen.

Incom erzielt heute auf dem deutschen Markt ein Drittel seiner Einnahmen, am meisten dank den Handelsmarken der großen deutschen Händler wie Aldi, Netto, Edeka oder Rewe. Wie haben Sie das geschafft, auch aufgrund der Tatsache, dass Sie als ein slowenisches Unternehmen in der Verhandlungsposition schwächer sind als zum Beispiel multinationale Konzerne wie Nestlé?

Unsere Stärken sind Innovationen, schnelle Reaktion, langjährige gute Beziehungen mit den Kunden und ein guter Entwicklungsservice. Wir sind nicht nur ein Produktionsunternehmen, wir sind ein Partner für unsere Kunden, wir entwickeln Produkte und Lösungen für sie und das schätzen unsere Kunden und belohnen uns mit Einnahmen, von denen wir in der Vergangenheit nur träumen konnten. Die Händler, mit denen wir zusammenarbeiten, bieten in ihren Eisschränken nur die besten Produkte an. In Deutschland sind wir auch als Hersteller von Lizenzprodukten stark, wie zum Beispiel Eis am Stiel in Form der Lizenzfigur Minions, und der Figuren aus den Zeichentrickfilmen Frozen und Star Wars, Peppa Wutz und andere. Für Disney haben wir Eis am Stiel in Form der Figur Olaf hergestellt. Da es sich um Eis handelt, das von Kindern verzehrt wird, sind die Anforderung von Disney bezüglich der Eisnährwerte sehr streng. Die Struktur des Eises erinnert mehr an Sorbet und es gibt nicht viele Hersteller, denen es gelungen ist, ein solches Eis am Stiel anzubieten. Auch in Großbritannien arbeiten wir mit den größten Handelsketten zusammen.

Die Fokussierung auf den Export zwingt Sie zu einer permanenten Entwicklung. Was wird dafür getan, dass die Konkurrenz im Bereich der Entwicklung überholt wird?

Wir sind uns bewusst, dass wir nur mit innovativen hochwertigen Produkten konkurrieren können. Unser Besitzer investiert viel in die Entwicklung der Produktion und in den Aufbau der bestehenden Produktionslinien: So wird in diesem Jahr die 12,5 Millionen Euro schwere Investition in das Technologie- und Investitionszentrum abgeschlossen, die für uns sehr wichtig sein wird. Bei uns arbeiten mehr als 20 Technologen, die neue Eisgeschmacksrichtungen und neue Rohstoffe entwickeln. Wir freuen uns sehr, dass wir viele junge Technologen und Technologinnen haben, die viele neue Ideen und neue Verfahren in die Produktion einbringen.

Wie viele Produkte werden in Ihrer Produktion hergestellt?

Momentan 620. Das ist zwar viel, aber Tatsache ist, dass sich jeder Verkäufer neben klassischen Produkten auch etwas Spezielles wünscht und wir sind stolz darauf, dass wir ihm das auch anbieten können.

Welche sind die wichtigsten Trends, denen heutzutage die Kunden beim Eis bzw. bei Tiefkühlprodukten folgen?

In der vergangenen Zeit erlassen viele Länder Gesetze und Verpflichtungen zur Verringerung des Zuckergehalts in den Produkten und das ist einer der Trends, die sich erheblich auf Lebensmittel auswirken. In Großbritannien hat man sich verpflichtet, bis zum Jahr 2020 den Gehalt des Zuckers in den Lebensmitteln zu verringern, und sowohl Handelsketten als auch wir Hersteller folgen diesem Trend. Die größten Händler sind in der Regel immer einen Schritt vor der Gesetzgebung und erfüllen ihre Anforderungen schon ein Jahr vor dem tatsächlichen Inkrafttreten. Immer populärer sind auch laktosefreie und glutenfreie Produkte und wir folgen allen diesen Trends. Die Tür zu den anspruchsvollen Kunden öffnen uns auch die Zertifikate IFS und BRC als Standards der höchsten Lebensmittelqualität. Wenn man das Vertrauen eines so großen Händlers wie das des deutschen Handelsriesen Aldi gewonnen hat, dann weiß man, dass man sich auf einem exzellenten Weg befindet, denn die Marken der einzelnen Handelsketten sind Milliarden Euro wert und ein Händler kann es sich nicht leisten, einen Hersteller im Sortiment zu haben, der diese Qualitätsstandards nicht erfüllen kann. In der Vergangenheit wurden die Produkte der Handelsmarken zu Unrecht als Produkte geringerer Qualität betrachtet, es hat sich aber gezeigt, dass diese Produkte sogar hochwertiger sind als Produkte anerkannter Marken einzelner Hersteller, und auch die Auswahl in einzelnen Produktsegmenten ist immer größer. Interessant ist es aber, dass beim Eis einige Handelsmarken schon die Hälfte des Marktes darstellen. Einer der Trends der Lebensmittelindustrie ist auch die Hervorhebung der Herkunft von Rohstoffen, wie zum Beispiel die Herkunft der Milch bei Milcheis oder die Herkunft von anderen Rohstoffen, zum Beispiel der Vanille aus Madagaskar, des Kakaos aus Ghana, der Orangen aus Sizilien oder ähnliches.

Wie hoch ist der Prozentsatz der Ideen aus denen tatsächlich Produkte entstehen?

Eigentlich ziemlich hoch. Viele Ideen werden auf dem Markt verwirklicht. Bestimmte Produkte sind noch in den Schubladen versteckt, einige landeten auch leider auf dem Friedhof der guten Ideen, aber wir haben daraus viel gelernt.

Wie waren die Geschäfte im Jahr 2017 und wie sind die Pläne für das Jahr 2018?

Voriges Jahr haben wir fast 43 Millionen Euro Umsatz und 1,8 Millionen Euro Gewinn erzielt. Der Plan für dieses Jahr sind aber 54 Millionen Euro Umsatz und einen Gewinn von 3,2 Millionen Euro. Dieses Wachstum ist vor allem mit zwei neuen Produktionslinien, die schon in Betrieb sind, verbunden. Der verantwortungsbewusste Besitzer investiert alle Überschüsse in die Entwicklung des besten Eis und verbessert die Arbeitsbedingungen. Das ermöglicht uns, der Beste auf dem Markt zu bleiben.

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