Sein Vater legte ihm die Liebe zu Wein in die Wiege

Sein Vater legte ihm die Liebe zu Wein in die Wiege
Sein Vater legte ihm die Liebe zu Wein in die Wiege
  28.06.2018  |  15:05
Čas branja: 7 min
Eine Weingeschichte aus Slowenien – der Weinkeller Puklavec Family Wines

Slowenien ist für seine Gastfreundschaft und die unglaublich schöne Landschaft bekannt. Weniger bekannt ist aber, dass es auch ein Land mit einer jahrhundertealten Tradition in der Produktion von hochwertigsten Weinen ist und sich langsam aber sicher auf der europäischen und internationalen Weinlandkarte profiliert. Ausdauer ist auch die Hauptregel der Familie Puklavec, die in dem Ort Jeruzalem im Nordwesten Sloweniens, nur 40 Kilometer Luftlinie von der österreichischen Grenze entfernt, eine der wichtigsten slowenischen Weingeschichten schreibt. Der Hauptakteur in dieser Geschichte, der slowenische Geschäftsmann Vladimir Puklavec, war in Deutschland mit Anlagenbauunternehmen erfolgreich, kam aber 2009 zurück nach Slowenien, um die Familientradition des Weinbaus fortzusetzen, die sein Vater Martin angefangen hatte. Heute erstrecken sich die Weingärten der Familie Puklavec auf 1.100 Hektar; ca. 600 Hektar davon sind Eigentum der Familie. Somit zählt die Familie mit zwei Weinkellern zu den größten Weinbauern in Slowenien.

Wenn man Puklavec fragt, was beim Weinbau das Wichtigsten ist, antwortet er, dass man zuerst engagierte Mitarbeiter braucht und „die Erde und die Rebe“ kennen muss, denn 60 Prozent der Weinqualität werden im Weinberg selbst erreicht, ein Drittel aber erst im Weinkeller. Er ist auch fest davon überzeugt, dass das Gebiet von Jeruzalem und Ljutomersko-Ormoške gorice, auf dem die Familie Puklavec verschiedene Wein- und Sektsorten anbaut, eines der besten Weißweingebiete weltweit ist.

Schon als Kind schlief er über den Weinfässern

Puklavec begleitet der Weinbau seit Kindertagen. Am meisten hat sein Vater Martin dazu beigetragen. In den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hat dieser als Verwalter einer Weinbaugenossenschaft mit der Modernisierung des Weinbaus in dieser slowenischen Region angefangen. „Mein Vater wusste schon damals, dass nur mit gemeinsamen Kräften der Wein auf verschiedenen Märkten verkauft und gut vermarktet werden kann“, sagt Herr Puklavec. Die Familie Puklavec wohnte in einer Wohnung im Verwaltungsgebäude der Weinbaugenossenschaft, somit konnte Herr Puklavec schon als Kind verfolgen, was mit dem Wein im Weinkeller passiert. „Ich könnte sagen, dass ich über den Weinfässern geschlafen habe, und das die ersten 15 Jahren meines Lebens“, so der Weinenthusiast scherzhaft.

In diesem Scherz steckt aber viel Wahrheit, denn gerade die Erfahrungen aus der Jugend haben die Entscheidung von Puklavec, zu den Wurzeln zurückzukehren und die Tradition des Vaters wiederzubeleben, später erheblich beeinflusst. Noch heute hilft ihm das Wissen, das er in jungen Jahren erworben hat, in den Gesprächen mit Önologen. „Als ich als Kind meinen Vater in die Weinberge begleitete, habe ich die besten Lagen für die Produktion des Weins in unseren Weinbergen kennengelernt“, betont Puklavec stolz. So entstand auch die exklusive Weinlinie Seven Numbers, die von der Familie Puklavec seit vorigem Jahr vermarktet wird. „Wir haben die besten Weinberge, zudem sind unsere Weine mit sieben Zahlen gekennzeichnet. Dadurch können wir jede Flasche verfolgen, denn wir wissen genau, aus welcher Spitzenlage die Trauben kommen“, erläutert Puklavec.

Auf dem Gebiet von Ormoške gorice erstreckte sich vor 20 Millionen Jahren das Pannonische Meer, das eine an Mineralstoffen so reiche Erde hinterlassen hat, dass die Experten heute das Gebiet von Jeruzalem und Ljutomersko-Ormoške gorice zu den zwei Prozent der Orte zählen, an denen weltweit die besten Bedingungen für den Anbau von Weißweinen herrschen. „Der hohe Mineralstoffanteil in der Erde trägt zu einem ausgezeichneten Gleichgewicht zwischen Säure und Mineralstoffen bei, was beim Anbau von frischen Weißweinen ganz besonders wichtig ist. Die klimatischen Bedingungen sind so gut wie in Burgund, das kontinentale Klima, kalte Winter und heiße Sommer sind ausgezeichnet für Weißwein“, zählt Puklavec auf.

Die Weisheit des Vaters: Der Wein darf nicht gestört werden

Vater Martin erwarb sich aber nicht nur Verdienste um das Wissen, das er auf die beiden Söhne Vladimir und Janez übertragen hat. Er hat auch den heutigen Weinkeller konzipiert, der in den Hügel neun Etagen tief eingebaut wurde. „Der Keller besteht aus zwei Teilen, der erste Teil befindet sich auf dem Niveau des Flusses Drau, der obere Teil aber auf dem Niveau der Stadt Ormož“, sagt Puklavec. Der Keller in dem Hügel, mit Temperaturen zwischen elf und zwölf Grad, ermöglicht der Familie Puklavec konstante Bedingungen zum Reifen des Weins und trägt wesentlich zu Energieeinsparnissen bei der Kühlung des Produktes bei.

In dem Keller gibt es auch eine moderne Abfüllanlage und einen Fermentationskeller, denn laut den Regeln der Familie Puklavec muss der Wein auf eine möglichst natürliche Art hergestellt werden, deshalb wird der Wein bis zum Abfüllen in Gefäßen ohne Sauerstoff gelagert, damit er seine Aromen nicht verliert. „Mein Vater sagte immer: Störe nicht den Wein“, so Puklavec. Darum wurde ein spezielles Verfahren entwickelt, das der Familie ermöglicht, beim Weinbau wesentlich weniger Schwefel zu verwenden. „Wenn die Trauben in den Fermentationskeller gelangen, werden sie mit CO2 oder mit einer Mischung von CO2 und Stickstoff bedeckt, wodurch fast 80 Prozent der Bakterien vernichtet werden, die beim Reifeprozess im Weinkeller störend wirken.“ Schwefel wird nur für den kleinen Anteil von Bakterien verwendet, die auch ohne Sauerstoff überleben können. Und alles – das betont Puklavec immer wieder gerne - muss natürlich sein. „Auch der Trester geht als Düngemittel zurück in den Weinberg und hier sind wir sehr streng.“ In Slowenien stellt Puklavec nur Weißwein her, die besten Bedingungen für den Anbau von Rotwein hat die Familie hingegen in Mazedonien gefunden, wo ein komplett neuer Weinkeller gebaut wurde. Wie Puklavec sagt, gibt es in Mazedonien die besten Bedingungen für den Anbau von Rotweinsorten, ähnlich wie in Südafrika, und den ersten Barriquerotwein erwartet er in diesem Jahr.

Šipon überzeugte auch die Decanter-Jury

Die Weine der Familie Puklavec werden in fünfundzwanzig Länder exportiert, auch nach Brasilien und nach China. Auf dem internationalen Markt, auch auf dem deutschen Markt, wo das Unternehmen Wein Wolf für die Distribution sorgt, ist die Familie Puklavec mit den Marken Puklavec & Friends sowie mit den Linien Estate Selection und Seven Numbers vertreten. Zu dieser Linie gehört auch der lokale Šipon, der auf dem internationalen Markt unter dem Namen Furmint vermarktet wird, und der auf der größten und der wichtigsten Weinverkostung der Welt „Decanter World Wine Awards 2017“ in London mit einem Platinpreis ausgezeichnet wurde. „Furmint ist eine Weinrebe, die es nur in Ungarn, Österreich und Slowenien gibt“, sagt Puklavec.

Der größte Exportmarkt der Familie bleibt aber Holland, in dem Ort Tilburg hat sie auch die Zentrale für den internationalen Weinhandel. Aber die Familie hat auch ambitionierte Pläne für den deutschen Markt, auf dem sie vor drei Jahren mit der strategischen Vermarktung begonnen hat. „Der Geschmack des deutschen Konsumenten unterscheidet sich nicht viel von dem Geschmack eines slowenischen Konsumenten. Die Deutschen greifen sehr gerne zu trockenen und halbtrockenen Weinen und nach unseren Erwartungen wird der Verkauf auf dem deutschen Markt noch weiter steigen“, fügt Puklavec hinzu.

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