„Slowenien ist für mich der Central Park Europas“

„Slowenien ist für mich der Central Park Europas“
„Slowenien ist für mich der Central Park Europas“
  28.06.2018  |  13:30
Čas branja: 6 min
Thomas Uihlein, ein Geschäftsführer aus Deutschland, der sich in Slowenien verliebte:

Thomas Uihlein ist Geschäftsführer der Flughafenakademie des größten slowenischen Flughafen, der seit 2014 zum deutschen Unternehmen Fraport gehört. Der Deutsche ist vollkommen begeistert von der slowenischen Landschaft und von den Slowenen. Seiner Meinung nach sind die größten Vorteile Sloweniens die politische Stabilität und die Arbeitsweise der Slowenen, die „sehr ähnlich ist wie in Österreich und in Deutschland“. Mit Herrn Uihlein haben wir darüber gesprochen, wie er Slowenien erlebt und wo er noch Möglichkeiten für die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Ländern sieht.

Das Unternehmen Fraport errichtet auf dem Flughafen Ljubljana ein neues Zentrum für die Angestelltenschulung innerhalb der Fraport-Gruppe, die sogenannte Fraport Flughafenakademie. Warum ist der Flughafen Ljubljana einen guten Standort für eine Flughafenakademie?

Erstens wegen der Lage. Slowenien liegt im Zentrum Europas. Und zweitens teilte Fraport mit der Gründung der Flughafenakademie mit, dass der Erwerb von Aerodrom Ljubljana eine strategische Investition war und dass Fraport ein langfristiger Eigentümer ist. Auf dem Flughafen Ljubljana findet man alles: die inländische Fluggesellschaft Adria Airways, die Flugschule für die Schulung von Besatzungen, das Fluglotsenzentrum Sloweniens, Flugzeuginstandhaltungsfirmen, einen Militärstützpunkt und die Polizeiflugeinheit.

Werden Sie im Rahmen der Akademie nur Schulungen für die Angestellten der Fraport-Gruppe oder diese auch als Dienstleistung für andere Interessenten anbieten?

Wir werden die Schulungen auch vermarkten. Sicherheitsanforderungen auf Flughäfen und damit verbundene Schulungen werden auf der ganzen Welt immer anspruchsvoller, teilweise wegen der neuen Anforderungen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit und wegen des Wachstums der Luftfahrtindustrie. Jedes Jahr gibt es mehr Passagiere, mehr Flugzeuge, mehr Fluggesellschaften. Die Akademie in Brnik wird zuerst Schulungen für den Bodenabfertigungsdienst, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sowie für Zivilschutz und Rettungsdienste anbieten. In der Zukunft wird die Fraport-Zentrale für Feuerwehrausbildung hier in Slowenien sein. Wir arbeiten mit verschiedenen Partnern zusammen, mit dem slowenischen Verteidigungsministerium, mit dem Zivilschutz der Republik Slowenien, mit der Fakultät für Organisationswissenschaften der Universität in Maribor und mit anderen.



Wo sehen Sie Ihre geschäftlichen Chancen?

Anfragen kommen aus Europa (z.B. aus der Schweiz und aus dem gesamten Balkan), aus dem Nahen Osten (z.B. Vereinigte Arabische Emirate oder Nepal) und sogar aus Afrika.

Viele slowenischen Unternehmen sind Lieferanten für wichtige deutsche Unternehmen, vor allem in der Autoindustrie. Wie geschätzt ist das slowenische Wissen in Deutschland?

Die Kollegen aus Deutschland sagen immer, dass Slowenien eine sehr fleißige Nation ist und dass die Qualität von Produkten und Dienstleistungen in Slowenien sehr hoch ist. ich selber bin der Meinung, dass die Slowenen bei der Arbeit und bei der Erzielung von Ergebnissen noch ausdauernder sind als die Deutschen. Auch Investoren aus dem Ausland, die nach Slowenien kommen, bestätigen dies immer häufiger. Jedoch steht auch Slowenien so wie viele andere Länder, dem Mangel an Arbeitskräften gegenüber, vor allem von technischem Personal und Fachkräften. Als Vorstandsmitglied der Slowenisch-Deutschen Wirtschaftskammer bemühe ich mich darum, dass dieses Thema häufig angesprochen wird, dass Lösungen gesucht werden und dass junge Leute einen Beruf wählen, der in Slowenien am meisten gebraucht wird. Denn um die Wahrheit zu sagen: viele erwerben Kenntnisse für Berufe, für die es später keine Arbeitsplätze gibt. Auf der anderen Seite werden aber Arbeitskräfte aus anderen Ländern importiert.



Welche sind in Slowenien Vorteile, die ausländische Investitionen anziehen?

Einer der größten Vorteile Sloweniens ist seine stabile politische Umgebung. Bei ausländischen Investitionen gibt es in Slowenien noch viele Möglichkeiten.



Wir würden Sie die Geschäfts- und Managementpraktiken in Slowenien und in Deutschland vergleichen?

In Deutschland konzentriert man sich vielleicht mehr auf die Ziele, jedoch bin ich der Meinung, dass die Unterschiede nicht so groß sind und dass wir uns eigentlich sehr ähnlich sind. Kenntnisse über und Erfahrung von gutem Management werden in Slowenien oft ausgetauscht.



Deutschland ist der wichtigste Wirtschaftspartner Sloweniens. Wie kann diese vorbildliche Zusammenarbeit noch gesteigert werden?

Ein großes Potenzial sehe ich beim Austausch von Kenntnissen im Bereich der Ausbildung. In Deutschland habe wir die duale Berufsausbildung, die es uns ermöglicht, einen Teil der Schüler schon in der Mittelschule auf den späteren Beruf vorzubereiten. Unser Wunsch ist es, dass ein solches System auch in Slowenien eingeführt würde, wo ansonsten der Austausch zwischen Fakultäten und Industrie schon gut ist.

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Sie arbeiten und leben seit drei Jahren in Slowenien, wie erleben Sie Slowenien und wie würden Sie die Qualität des Lebens in Slowenien beschreiben?

Slowenien ist für mich eines der schönsten Länder. Wenn man Europa mit New York vergleicht, dann ist Slowenien für mich der Central Park, denn es ist das grünste Land Europas und verfügt über die meisten Quadratmeter Wald pro Einwohner. Immer wenn ich Zeit habe, nutze ich sie für einen Spaziergang durch die slowenischen Wälder. In Slowenien gibt es viele touristischen Orte, die auf der Welt gut bekannt sind, aber auch viele versteckte Plätze, die man alleine entdecken kann ohne touristisches Gedränge, wie zum Beispiel der See von Bohinj in der Nähe der slowenisch-österreichischen Grenze, wo es nicht viele Touristen gibt. Ich bin auch von den Wasserfällen begeistert.

Slowenien ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für einen Ausflug in die Nachbarländer: Italien, Österreich, Ungarn, Kroatien, denn mit dem Auto kommt man in zwei Stunden von einer bis zur anderen Staatsgrenze. Oder man entdeckt Slowenien selbst, denn von der Hauptstadt Ljubljana aus gelangt man in einer Stunde in die Berge oder ans Meer. Das ist in Deutschland nicht möglich. Ich bin zudem vollkommen begeistert von den Slowenen. Was die Arbeitsmoral betrifft sind die Slowenen den Deutschen und den Österreichern ähnlich, wenn die Slowenen aber feiern, erwacht in ihnen aber die Seele des Balkans auf.

Wenn Sie von Geschäftspartnern gefragt werden, wo Sie arbeiten und wo Sie leben, wie stellen die sich Slowenien vor?

Wenn ich sage, dass ich in Slowenien lebe, weiß niemand wo das ist und dass dieses Land überhaupt existiert. Wenn sie mich aber besuchen, sind sie überrascht, dass es hier so schön ist und buchen sofort nach dem Besuch Ferien in Slowenien. Der Partner aus Dubai, mit dem ich voriges Jahr geschäftlich zusammengearbeitet habe, verbrachte dieses Jahr schon Ferien hier.



Welche slowenischen Weine und welche Speisen haben Sie begeistert?

Am liebsten esse ich den traditionellen Aufschnitt mit Salami und Käse, mein Lieblingsdessert ist aber die Potitze, von den Weinen trinke ich am liebsten Cabernet Franc.

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