Deutsche Industrie treibt das Wachstum der slowenischen Gießereien voran

Deutsche Industrie treibt das Wachstum der slowenischen Gießereien voran
Deutsche Industrie treibt das Wachstum der slowenischen Gießereien voran
  28.06.2018  |  14:55
Čas branja: 6 min
Wie erfolgreich slowenische Gießereien in Deutschland sind

Auch slowenische Gießereien spielen eine wichtige Rolle in der slowenischen Exportwirtschaft. Die Unternehmen haben im vorigen Jahr ca. 650 Millionen Euro Einnahmen erzielt, was ein Zehntel mehr ist als im Vorjahr, und auch die Prognosen für dieses Jahr sind gut, betont die Präsidentin des slowenischen Gießereiverbands, Mirjam Jan Blažić.

Eine wichtige Rolle bei der Erzielung von guten Ergebnissen der slowenischen Gießereien spielen auch der deutsche Markt mit 80 Millionen Einwohnern und seine starke Industrie, vor allem die Autoindustrie. Diese wuchs voriges Jahr global und das konnten auch slowenische Unternehmen erfolgreich nutzen. „Wenn die deutsche Autoindustrie gut arbeitet, geht es auch uns gut“, betont Mirjam Jan Blažić.

Slowenische Gießereien sind schon traditionell Exportfirmen, denn der slowenische Markt ist deutlich zu klein für die existierenden Kapazitäten. Heute exportieren diese Unternehmen schon ca. 80 Prozent ihrer Produktion, meistens in das europäische Ausland. „Neben Deutschland, wohin sogar 65 Prozent des Exports geht, zählen zu den wichtigsten Märkten Österreich, Italien und Frankreich“, betont Martin Debelak, Geschäftsführer des Verbands für Metall und Nichtmetall bei der slowenischen Wirtschaftskammer.

Gießereien verkaufen ihre Produkte nicht nur an die Autoindustrie, sondern auch an andere Industriebranchen, wie zum Beispiel an die Metall- und Elektroindustrie, Energetik, den Maschinenbau, die Holz- und Möbel­industrie, an Glasfabriken oder die Bauindustrie. Als ein musterhaftes Beispiel der Zusammenarbeit zwischen slowenischer und deutscher Industrie, in erster Linie mit der Autoindustrie, nennt unsere Gesprächspartnerin die Gießerei LTH Castings d.o.o., die seit 1978 den deutschen Autoriesen Daimler AG mit ihren Gussprodukten beliefert und seit mehreren Jahren auch als Entwicklungslieferant tätig ist.

„Die Hauptkonkurrenzvorteile der slowenischen Gießereien sind ihre Flexibilität und ihre Fähigkeit, sich schnell genug den Bedürfnissen ihrer Kunden anpassen zu können. Mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen sind unsere Gießereien als System- und Entwicklungslieferant dazu befähigt, simultanes Engineering anzubieten und die Entwicklung von neuen Produkten zu verfolgen. Wir werden von den deutschen Kunden geschätzt und akzeptiert, weil wir allen ihren Anforderungen genau folgen können, weil wir leistungsbereit sind und schnell lernen“, betont unsere Gesprächspartnerin.

Die Prognosen für dieses Jahr sind mindestens so gut wie für das Vorjahr

Die gesamte Produktion der slowenischen Gießereien betrug voriges Jahr ca. 195.000 Tonnen. Das ist ca. zwei Prozent mehr als im Jahr 2016 und die Zahlen deutet darauf hin, dass sich die slowenischen Gießereien auch programmmäßig umstrukturieren.

„Wenn sich die slowenischen Gießereien in der Vergangenheit vor allem auf die Produktion von Low-Cost-Gussstücken mit sehr einfachen Fertigungstechnologien konzentriert haben, produzieren sie heute auch technologisch anspruchsvollere und hochwertigere Produkte mit einem höheren Mehrwert. Es geht um entwicklungsmäßig wichtige Trends, die eine höhere Konkurrenzfähigkeit unserer Unternehmen sicherstellen und den Mehrwert steigern“, betont Mirjam Jan Blažić. Voriges Jahr haben am meisten die Gießereien produziert, die Graugussprodukte herstellen (74.255 Tonnen), danach folgen die Hersteller von Aluminiumgussprodukten (47.255 Tonnen) und Nodulargussprodukten (38.588 Tonnen) und die Hersteller von Stahlgussprodukten und Eisengranulat (27.250 Tonnen).

Die Prognosen sind auch für dieses Jahr gut: „Die Produktion von Gusstücken steigt auch dieses Jahr und nichts deutet darauf hin, dass das Jahr 2018 für die slowenischen Gießereien schlechter sein wird als das Vorjahr“, betont unsere Gesprächspartnerin. Die Hauptherausforderungen der Branche sind laut den beiden Gesprächspartnern vor allem der Mangel an technischem Personal und Produktionspersonal, also eine Herausforderung, mit der man heute in Slowenien in allen Bereichen konfrontiert wird, nicht nur in der Gießereibranche.

Livar hofft auf neue Geschäfte in Deutschland

Livar, ein Unternehmen, das sich mit der Fertigung von Gussprodukten und Werkstücken aus Grauguss und Nodularguss beschäftigt, erzielte letztes Jahr aufgrund von erhöhten Aufträgen auf allen Märkten und in allen Branchen einen Umsatz von 56 Millionen Euro. Das ist 24 Prozent mehr als im Jahr 2016 und auch 9 Prozent mehr als geplant. „Mehr als aufgrund von neuen Projekten sind wir durch größere Aufträge der existierenden Kunden gewachsen“, betont Alen Veren, Verkaufs- und Marketingleiter bei Livar. Man ist auch damit zufrieden, dass man mit neuen Aufträgen für die Eisenbahnindustrie, den Maschinenbau, die Tiefbauindustrie und Baumechanisierung die Abhängigkeit vom Markt der Landwirtschaftsmechanisierung verringerte, mit der Livar noch immer die meisten Einnahmen – ein gutes Drittel – erzielt.

Auch im Vorjahr war Italien für Livar der mit Abstand wichtigste Markt, auf dem das Unternehmen mehr als 51 Prozent seiner Einnahmen erzielte, sichtbar verstärkt wurden aber auch die Aktivitäten auf dem skandinavischen Markt, auf dem Markt der DACH-Länder und in der Region Mittel- und Osteuropas (CEE). Das sind auch Märkte, auf denen Livar die größten Chancen sieht. Auf dem deutschen Markt erzielte das Unternehmen voriges Jahr zwar nur 8 Prozent seiner Einnahmen, jedoch kommt man zu der Einschätzung, dass gerade der deutsche Markt das größte Wachstumspotenzial hat. Voriges Jahr gewann das Unternehmen auf dem deutschen Markt fast ein Dutzend neuer Kunden, unter denen vor allem die multinationalen Unternehmen John Deere, Getriebebau Nord, Schabmüller, F. EE und andere hervorgehoben werden.

Um die Ansprüche seiner Kunden und das erhöhte Auftragskommen zu erfüllen, hat Livar im Vorjahr 100 neue Mitarbeiter beschäftigt. In diesem Jahr rechnet man mit einem stabilen und nicht so steilen Wachstum wie voriges Jahr. Deshalb wird sich Livar auf die Entwicklung und Gewinnung von neuen Kunden im Ausland fokussieren.

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