Slowenien und Österreich – mehr als nur Vorzeigenachbarn

Slowenien und Österreich – mehr als nur Vorzeigenachbarn
Slowenien und Österreich – mehr als nur Vorzeigenachbarn
  03.10.2018  |  10:25
Čas branja: 4 min
Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Österreich und Slowenien ist traditionell sehr dynamisch und erfolgreich. Der Außenhandel zwischen den Ländern ist seit Jahren auf einem hohen Niveau und entwickelt sich auch weiter gut, und somit ist der Trend des Warenaustauschs zwischen den beiden Ländern positiv und wächst jährlich um ca. zehn Prozent. So war es auch voriges Jahr, als Slowenien für 2,1 Milliarden Euro Waren nach Österreich exportierte und für 2,9 Milliarden Euro Waren aus Österreich importierte, was ein Zehntel mehr ist als im Jahr 2016.

„Der slowenische Markt ist für den österreichischen Export von ausschlaggebender Bedeutung, denn die Slowenen sind mit 1.700 Euro pro Kopf auch global die größten Verbraucher von österreichischen Produkten und Dienstleistungen. Deshalb sagt man gerne, Slowenien sei aus österreichischer Sicht sogar der ‚Weltmeister‘“, betont Peter Hasslacher, österreichischer Wirtschaftsdelegierter für Slowenien. Davon, welche Rolle der slowenische Markt für die österreichische Wirtschaft spielt, spricht allein die Tatsache, dass das Handelsvolumen zwischen Österreich und Slowenien größer ist als zwischen Österreich und den anderen Ländern des ehemaligen Jugoslawiens, fügt unser Gesprächspartner hinzu.

Österreich ist der größte ausländische Investor in Slowenien

Wenn man über die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Slowenien und Österreich spricht, kommt man natürlich nicht an der Tatsache vorbei, dass die österreichischen Unternehmen mit Abstand der größte ausländische Investor in Slowenien sind, und das hat sich auch nach dem Rückzug von einigen österreichischen Banken aus Slowenien in den vergangenen Jahren nicht geändert. Die unmittelbaren Investitionen der österreichischen Unternehmen betrugen voriges Jahr 3,2 Milliarden Euro, was ca. ein Viertel aller ausländischen Investitionen in Slowenien darstellt. In Slowenien gibt es momentan mehr als 1.000 Zweigniederlassungen mit Beteiligung von österreichischem Kapital, die mehr als 20.000 Menschen beschäftigen, zwei Drittel davon sind Unternehmen mit ausschließlich österreichischem Kapital. Der Querschnitt der Branchen zeigt, dass die Österreicher in Slowenien am meisten in den Handel (28 Prozent) und in die verarbeitende Tätigkeiten (12 Prozent) investieren, danach folgen Fach-, Forschungs- und technische Tätigkeiten, Immobilienverwaltung, Bauwesen, Transport und Logistik sowie Finanz- und Versicherungswesen.

Obwohl sich der Umfang der österreichischen Investitionen in Slowenien aufgrund der Umstrukturierung des österreichischen Bankensektors verringert hat, stellt man bei Advantage Austria Ljubljana fest, dass es noch immer viele Möglichkeit für die Zusammenarbeit zwischen slowenischen und österreichischen Unternehmen gibt. „Ein wichtiger Vorteil für die österreichischen Unternehmen ist die Nähe des slowenischen Markts, was neue Chancen für die Stärkung der gegenseitigen Zusammenarbeit bringt, dennoch ist Slowenien in Österreich weniger bekannt als man denken würde. Je mehr man in den Westen Österreichs geht, desto größer sind die Chancen für Slowenien. Im Juni hat uns ein Unternehmen aus Vorarlberg kontaktiert, das in der Metallindustrie tätig ist. Dieses österreichische Unternehmen hat Slowenien zunächst nicht als potenzielles Partnerland betrachtet, denn man war der Meinung, dass das Land kein Potenzial hat und nicht für die Suche nach neuen Geschäftspartnern geeignet ist. Jetzt entdeckten sie dieses Land und suchen hier nach Partnern und Lieferanten“, betont Peter Hasslacher.

Unter den wichtigeren österreichischen Investitionen muss auch das Unternehmen Magna erwähnt werden, das schon heute mit 23 Unternehmen in Slowenien zusammenarbeitet und im kommenden Januar voraussichtlich die erste Testproduktion in seiner neuen Lackiererei in dem Ort Hoče in der Nähe der österreich-slowenischen Grenze startet. Natürlich ist aber in der Zeit, in der die Regionalisierung zu einem immer wichtigeren Trend der internationalen Zusammenarbeit wird, der österreich-kanadische Gigant nicht das einzige Unternehmen, das in Slowenien weiter expandiert. Mark Metal in Ptuj, Herz in Litija, Palfinger in Maribor, Wtronic in Postojna - das sind nur einige Unternehmen, die in den vergangenen Jahren in Slowenien investiert oder ihre Produktion erweitert haben.

Slowenien und Österreich haben auch eine ähnliche Wirtschaftsstruktur, die beiden Länder exportieren viel und Deutschland ist der wichtigste Markt. Ein wichtiger Anknüpfungspunkt der beiden Länder ist auch die Autoindustrie. Wie Hasslacher betont, arbeitet heute schon fast jeder größere slowenische Automobilzulieferer mit österreichischen Forschungsinstitutionen und Universitäten zusammen. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen auf beiden Seiten der Staatgrenze ist gut. „Wir leben und arbeiten in einer globalisierten Welt, gleichzeitig wird aber die Regionalisierung zu einem immer wichtigeren Trend der internationalen Zusammenarbeit und gerade darin sehe ich viele Möglichkeiten für eine noch stärkere Verbindung zwischen Österreich und Slowenien“, betont unser Gesprächspartner, der eine Möglichkeit für eine noch bessere Verflechtung der beiden Länder ebenfalls in der Logistik, in der Industrie 4.0, in der Lebensmittelindustrie und im Kongresstourismus sieht.

Slowenien am Schnittpunkt von zwei wichtigen Korridoren

Ein wichtiger Vorteil Sloweniens bei der Gewinnung ausländischer Investitionen ist ebenso die geostrategische Lage zwischen West- und Südosteuropa sowie die ausgezeichneten logistischen Anbindungen an die regionalen und europäischen Märkte. Der Hafen von Koper in der Nähe der slowenisch-österreichischen Grenze ist vielleicht sogar der wichtigste Hafen für die österreichische Wirtschaft, denn mehr als ein Drittel der Waren, die über den Hafen von Koper ankommen, sind auf dem Weg zu österreichischen Partnern, sagt man bei der österreichischen Vertretung. In Slowenien treffen zwei wichtige Verkehrskorridore aufeinander, der fünfte Korridor, der Lissabon mit Kiew verbindet, und der zehnte Korridor, der München mit dem griechischen Hafen Thessaloniki verbindet.

Schon heute gibt es in Slowenien mehr als zehn österreichische Logistikunternehmen, die hier ihre Knotenpunkte errichtet oder ihre Kapazitäten vergrößert haben. Unter den großen internationalen Logistikunternehmen ist auch cargo-partner, das Ende August auf dem slowenischen Hauptflughafen in Brnik den Grundstein für ein neues Logistikzentrum gelegt hat. Cargo-partner, ein Spezialist für See-, Luft- und Straßenverkehr, wird in seinem Logistikzentrum vor allem die Bedürfnisse seiner Auftraggeber in Mittel- und Südosteuropa bedienen.

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