In jedem Stahlross verbirgt sich mindestens ein kleines Teil aus Slowenien

In jedem Stahlross verbirgt sich mindestens ein kleines Teil aus Slowenien
In jedem Stahlross verbirgt sich mindestens ein kleines Teil aus Slowenien
  30.11.2018  |  08:15
Čas branja: 8 min
Wie erobern slowenische Unternehmen die deutsche Autoindustrie?

In Europa gibt es wahrscheinlich keinen größeren Autohersteller, der nicht mit mindestens einem slowenischen Lieferanten kooperiert. Wir haben ausgewählte slowenische Lieferanten gefragt, wie sie den deutschen Markt erobern und mit welchen Innovationen sie die Kunden ansprechen.

Akrapovič: „Die deutschen Partner öffnen uns die Tür in die Welt“

Die Gruppe Akrapovič, der Hersteller von Auspuffsystemen für Motorräder und Autos, ist sicher eines derjenigen slowenischen Familienunternehmen, das sein Potenzial auf dem Markt am besten ausgenutzt hat. Die Gruppe ist seit Jahren auf dem deutschen Markt anwesend und diese Tradition zahlt sich in einer Zeit, in der sich die Autoindustrie technologisch viel schneller verändert als vor 50 oder 100 Jahren, nach wie vor aus. Deutschland ist nicht nur einer der wichtigsten Exportmärkte der Gruppe, sondern spielt auch eine wichtige Rolle bei der Einführung neuer technischer Lösungen, was in einer Zeit mit immer strengeren Regelungen in der Autoindustrie und immer komplexeren Auspuffsystemen erheblich an Bedeutung gewonnen hat, betont man bei Akrapovič.

„Wir investieren viel in die Entwicklung und Erforschung von neuen Materialien, technischen Lösungen und Innovationen, um ein möglichst leichtes und technisch vollendetes Auspuffsystem zu fertigen, das die strengsten Regelungen erfüllt, die eigentlich erst in den nächsten Jahren in Kraft treten. Als Beispiel können wir die Euro-5-Norm anführen, die für Motorräder im Jahr 2020 in Kraft treten wird. Wir haben die ersten Tests bereits vor drei Jahren gemacht. Unser Vorteil in diesem Bereich sind vor allem Forschungsprojekte, Kenntnisse über das Auspuffsystem und gute technische Lösungen, die uns in Kooperation mit den deutschen Herstellern ermöglichen, die optimalsten Lösungen zu finden. In der Phase der Vorbereitung auf die Euro-5-Norm haben wir in unser eigenes Dynamometer zur Prüfung der Haltbarkeit von Motorradprodukten investiert“, betont man in der Gruppe. ​​

Akrapovič gewann in den letzten Jahren auf dem deutschen Markt viele wichtige Partner aus der Autoindustrie, über die das Unternehmen neue Projekte erhält, und unter denen man Audi und Volkswagen hervorheben muss. „Deutschland ist für uns eine außergewöhnlich gute Referenz. Wenn ein Unternehmen auf dem deutschen Markt erfolgreich ist und gut mit den deutschen Partnern kooperiert, wird das auf dem weltweiten Markt nicht übersehen. Dabei können wir über die deutschen Partner die neuen Trends verfolgen und neue Kenntnisse erwerben, die uns eine schnelle technische Entwicklung ermöglichen. Deutschland ist uns geographisch nah, somit können wir viele Lösungen zuerst auf diesem Markt testen und uns die Durchführung ähnlicher Projekte in anderen Teilen der Welt vereinfachen“, betont das Unternehmen noch die Bedeutung des deutschen Markts.

Kooperation von TPV und BMW bei einem der größten Aufträge der slowenischen Autoindustrie

Auf das eigene Wissen und auf neue Entwicklungsprojekte setzt auch das Unternehmen TPV, das Karosserie- und Fahrwerkanlagen, Autositzteile sowie Motordichtungen herstellt. In diesem Jahr hat das Unternehmen den ersten integrierten Türfeststeller für Fahrzeuge entwickelt und wurde für seine Innovation von der slowenischen Wirtschaftskammer ausgezeichnet. Der Türfeststeller hat zahlreiche Vorteile sowohl für den Benutzer als auch den Autohersteller, betont man bei dem Unternehmen: „Er hält die Tür des Fahrzeugs in jeder beliebigen Stellung, damit der Benutzer beim Aus- und Einsteigen den verfügbaren Platz maximal ausnutzen kann. Das Produkt erregt großes Interesse auf dem Markt. Wir sind mit verschiedenen Kunden in intensivem Kontakt, können aber wegen der Vertraulichkeit der Entwicklungsverfahren noch nichts Näheres mitteilen“, betont man unter anderem bei TPV.

Ein großer Erfolg war für TPV auch, als es von dem bayerischen Unternehmen BMW als Exklusivlieferant des Fahrwerk-Strukturelementes für mehr als sechs Millionen Fahrzeuge ausgewählt wurde. „Das Strukturelement für das Fahrwerk, das in Kooperation mit BMW entwickelt wird, ist technologisch das fortschrittlichste Produkt, das die Fahrdynamik wesentlich beeinflusst. Als ein Teil der BMW-Plattform wird es in mehrere Modelle von BMW und Mini eingebaut. Momentan ist das Projekt noch immer in der Entwicklungsphase und in der Phase der Vorbereitung für die Industrialisierung, wobei der Anfang der Serienproduktion in einigen Jahren vorgesehen ist“, betont TPV. Mit seinen Entwicklungs- und Produktionskompetenzen überzeugte das Unternehmen auch die Gruppe Daimler, für die TPV vor allem Strukturelemente für die Karosserie entwickelt und herstellt. Neben den Fahrzeugherstellern unterstützt das Unternehmen auf dem deutschen Markt auch eine Reihe von Systemlieferanten, wie Brose, Benteler, Mahle, Grammer und Freudenberg. Stark vertreten ist das Unternehmen auf dem deutschen Markt auch im Bereich der Sitzelemente. In der Kooperation mit Böckmann, einem Hersteller von PKW-Anhängern, entwickelt und fertigt das Unternehmen zudem leichte Frachtanhänger und gehört nach der Anzahl der verkauften Anhänger zu den drei größten Anbietern in Europa.

Polycom: „Die Anzahl von Entwicklungsprojekten wächst“

Ein Beweis dafür, dass Innovationsfähigkeit manche Tür für neue Möglichkeiten öffnet, ist auch das Familienunternehmen Polycom, das sich mit der Verarbeitung von Kunststoffmassen und der Herstellung von Spritzwerkzeugen beschäftigt. In den letzten Jahren erkämpfte sich das Unternehmen auch den Status eines Entwicklungslieferanten für Thermoplast-Produkte für die Autoindustrie. Hiervon hat das Unternehmen schon so viele gefertigt, dass in jedem zweiten Auto auf der Welt mindestens eins von seinen Kunststoffteilen eingebaut ist. Sie sind die größten Experten für Polymerzahnräder für Autoantriebe und einer der größten Hersteller von automatischen Kofferraumöffnern in Europa. Der erste Auftrag für die Autoindustrie (für Volkswagen das Endstück des Bowdenzugs an der Handbremse) wurde bereits 1992 gefertigt und heute erzielt das Unternehmen schon ca. 80 Prozent seines Umsatzes mit der Autoindustrie. Auf dem deutschen Markt erzielt Polycom unmittelbar ca. 40 Prozent seines Umsatzes, mittelbar aber sogar noch mehr, denn die deutschen Kunden öffnen die Tür auch zu anderen Kunden auf anderen europäischen Märkten.

„Auf dem deutschen Markt kooperieren wir mit den Entwicklungsabteilungen unserer Kunden und bieten ihnen unser Wissen und unsere Erfahrungen an. Die Anzahl der Entwicklungsprojekte vergrößert sich ständig, momentan arbeiten wir sehr aktiv an der Entwicklung des Verfahrens zur Fertigung von Polymerzahnrädern, wobei wir gleichzeitig zwei Ziele verfolgen; erstens die höchste Präzision des Polymerzahnrades zu erreichen, und zweitens ein gutes Verfahren mit allen Einwirkungsparametern zu entwickeln, mit denen wir Zahnräder in konstanter Qualität und der verlangten Präzision fertigen können. Das erworbene Wissen verwenden wir auch für andere Produkte, z.B. für Spannrollen“, betont man bei Polycom. Zu den zahlreichen Partnern auf dem deutschen Markt kamen voriges Jahr noch zwei neue Partner hinzu, die Gruppe Mahle und das Unternehmen Festo, das sich mit der Produktion von Luftzylindern beschäftigt. Für Mahle fertigt das Unternehmen Gehäuse für Öl- und Luftfilter und für Festo die Gehäuse für elektronische Komponenten, die in Pneumatiksysteme eingebaut werden.

Magneti Ljubljana: „Für unsere Kunden möchten wir Geld und Zeit sparen“

Deutschland ist bei weitem der wichtigste Markt der Gesellschaft Magneti, die sich mit der Herstellung von Magneten und Magnetsystemen für die Autoindustrie, Zughersteller und die Hersteller von elektrischen Anlagen beschäftigt. In den letzten Jahren vergrößert die Gesellschaft den Verkauf von Produkten mit höherer Wertschöpfung, auch von Magnetsystemen, die heute schon mehr als ein Viertel des Umsatzes mit der deutschen Autoindustrie darstellen. „An die deutsche Autoindustrie wird 60 Prozent unserer Produktion geliefert. Zu unseren wichtigen Kunden, um nur einige zu nennen, gehören Continental, Bosch, Knorr-Bremse und IMS GEAR, jedoch öffnen die deutschen Kunden auch die Tür zu anderen Märkten“, zählt Albert Erman, der Eigentümer von Magneti, auf. Die Gesellschaft Magneti exportiert sogar 99 Prozent ihrer Produktion, auch nach China, das ansonsten als der führende Hersteller von Magneten gilt.

Auch die Magnetindustrie verändert sich, neue Materialien und Technologien werden entwickelt, und diesem Trend folgt auch das Unternehmen Magneti. Um den Kunden schon in der Entwicklungsphase Hilfe und Unterstützung anzubieten, hat das Unternehmen die Technologie des 3D-Druckens von Magneten entwickelt. „Mit dieser Technologie können wir entscheidend zur Geld- und Zeitersparnis unserer Kunden bei der Herstellung von Plastikmagnet-Mustern beitragen und den Kunden bei der Entwicklung folgen. Die Technologie steht bald zur Verfügung und wird bereits als Vorteil bei der Auftragsbearbeitung und Entwicklung von Magnetmustern und Magnetsystemen vorgestellt“, betont Albert Erman.

Napišite svoj komentar

Da boste lahko napisali komentar, se morate prijaviti.
Slovenia invites you!
Germany
Germany „Aluminium ist das Material der Zukunft und eine ausgezeichnete Chance für Talum“

Interview: Marko Drobnič, Vorstandsvorsitzender von Talum

Slovenia invites you!
United Kingdom
United Kingdom Scottish saw about to be heard in Slovenia

What has been attracting foreign investors to Slovenia?

OGLAS
Slovenia invites you!
United Kingdom
Slovenia invites you!
United Kingdom
United Kingdom These are exporters that boost exports to Britain

What kind of business is done by Slovenian and British companies?

Slovenia invites you!
United Kingdom
United Kingdom “Each sunny day means money in the bank account.”

Dr Uroš Merc, Chairman of the Board of the BISOL Group

Slovenia invites you!
United Kingdom
United Kingdom A billion worth of opportunities

Trade in goods between Slovenia and the United Kingdom has been increasing in recent years and is approaching the magic boundary of one...

Slovenia invites you!
United Kingdom