Warum Sie sich in das Land auf der sonnigen Seite der Alpen verlieben werden

Warum Sie sich in das Land auf der sonnigen Seite der Alpen verlieben werden
Warum Sie sich in das Land auf der sonnigen Seite der Alpen verlieben werden
  30.11.2018  |  08:05
Čas branja: 8 min
Die verborgenen Juwelen Sloweniens

Habt ihr Slowenien diesen Schatz eigentlich absichtlich vor der Welt versteckt?“, sprach mich in den ersten Septembertagen ein junges englisches Paar an, das mitten am Tag entspannt ein Glas Weißwein Furmint in Jeruzalem genoss, einer der schönsten slowenischen Weingegenden, unweit der slowenisch-kroatischen Grenze. Es war ein Tag, den sich Normalsterbliche nur wünschen können; die Sonne schien prachtvoll auf die Terrassen der umgebenden Weingärten und auf hohe, dunkelgrüne Pappeln, in den Weingärten konnte man das Lied der Klapper hören, das meldet, dass die Trauben endlich reif sind, und außer des gelegentlichen Geräuschs eines Autos, das gemächlich über die kurvigen Straßen von Jeruzalemske gorice fuhr, konnte nichts die himmlische Ruhe unter der Pergola stören – der Stolz jedes Hausherrn, der sich neben dem Weinberg auch um die Hausrebe kümmert.

Auch das junge englische Paar kam mit seinem blassgelben und schon etwas betagten Wohnmobil mehr zufällig in die unendlichen Hügel nach Jeruzalem. Diese träumerische grüne Landschaft im äußersten Nordosten Sloweniens sucht noch immer ihren Platz auf der touristischen Weltkarte, jedoch scheint es, dass die Zeit nicht mehr weit entfernt ist bis die Weinstraßen von Jeruzalemske gorice voll von Touristen aus der ganzen Welt sein werden.

Im Tourismus segelt Slowenien seit vier Jahren mit einer hohen Geschwindigkeit, und so ist es auch dieses Jahr, wo der Zweimillionenstaat, eingebettet zwischen Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien, vor einer neuen, noch wichtigeren Herausforderung steht – den Ruhm als Europäische Gastronomische Region 2021 zu rechtfertigen, wofür es zusammen mit der portugiesischen Landschaft Coimbro kandidiert.

Welchen guten Tropfen die Armee Napoleons in Jeruzalem trank

Gibt man das Wort Jeruzalem in den Internet-Browser ein, ist die Chance, dass die Treffer einen nach Slowenien führen, ehrlich gesagt wirklich gering. Mehr Glück hat man, wenn man nach Furmint sucht, eine der ältesten edlen Weinsorten und ein in gewisser Weise sorgfältig geschütztes Geheimnis von Slowenien, das sich sogar mit neun Weinanbaugebieten rühmen kann. Die Bedeutung, die Chardonnay in Frankreich oder Sangiovese für die Toscana hat, hat Furmint in Slowenien und seinem Weinanbaugebiet Podravje. Diese Weißweinsorte ist so typisch für Slowenien, dass man sagen könnte, dass es sich um eine autochthone Sorte handelt, wobei ihr Name aus der Zeit von Napoleon stammen soll, als der Wein von seinen Offizieren mit den Worten „Si bon“ oder auf Deutsch „so gut“ gelobt wurde. Seitdem wird laut dieser Legende der Wein „Šipon“ genannt, und in Ungarn wird dieser Wein aufgrund seiner goldenen und an Getreide erinnernden Farbe Furmint genannt.

Aber kehren wir nach Jeruzalem zurück, einem kleinen Dorf mit kaum 40 Einwohnern, das nicht nur wegen seines Weins attraktiv ist, sondern auch wegen der schönen Landschaft. Und zurück nach Jeruzalemske Gorice, wo fast jedes Haus seinen eigenen Weinkeller hat. Diese Region ist zudem für ihre echte und prachtvolle Kulinarik bekannt, deshalb kommen in dieses ruhige Fleckchen Erde auch immer mehr Gäste, die gutes Essen genießen. Und wenn man bei einem Glas Furmint die einzigartigen Panoramaausblicke auf die umliegenden Weinbergterrassen genießt oder sich auf den touristischen Bauernhöfen, in den mit Stroh gedeckten Weinkellern oder den steinernen Weinberghäuschen kulinarische Spezialitäten gönnt, und von einer überwältigenden seelischen Ruhe durchdrungen wird, dann kann man nur denjenigen zustimmen die sagen, dass Jeruzalemske gorice zu Recht ein himmlischer Ort genannt wird.

Die Slowenen sind eine Nation der Handwerker und das gilt auch für diesen äußersten nordöstlichen Teil Sloweniens, für das Land an der Grenze zu Österreich und Ungarn, das Land von Prekmurje und Prlekija. Hier kommen die Freunde von Keramik und Töpferei auf ihre Kosten, und wenn man vielleicht in die Töpferwerkstatt in dem Dorf Filovci gelangt, sollte man unbedingt nach den schwarzen Gefäßen fragen, die eine Besonderheit der Töpferhandwerker aus Prekmurje sind und in denen Getränke länger kühl bleiben sollen. Wenn über die Mühlen gesprochen wird, darf natürlich eine andere historische und touristische Sehenswürdigkeit von Slowenien und von Pomurje nicht vergessen werden, die schwimmenden Mühlen auf dem Fluss Mur, nach der die Landschaft auch benannt wurde.

Wie vertreiben die Slowenen den Winter

Ptuj, die älteste slowenische Stadt, liegt nicht weit von Prlekija entfernt. Die berühmte Daily Mail schrieb vor Kurzem, dass die Stadt für englische Touristen die Stadt mit dem am schwersten auszusprechenden Namen sei. Auch Svečinske gorice, wo sich die Straße durch die Weingärten schlängelt und dabei die Form eines Herzens zeichnet, ist nicht weit von Prlekija entfernt. Eine Untersuchung, die zeigte, dass gar 92 Prozent der Engländer den Namen dieser ältesten slowenischen Stadt falsch aussprechen, regte den dortigen Tourismusverein dazu an, ein neues Werbevideo aufzunehmen, in dem die Einwohner von Ptuj auf sympathische Art und Weise die Touristen über die richtige Aussprache des Namens informieren. In Svečinske gorice hingegen braucht man keine Werbung. Die herzförmige Straße gehört nämlich zu den am meisten fotografierten slowenischen Sehenswürdigkeiten, die auf Instagram veröffentlicht werden.

Wenn man während des Faschings Ptuj besucht, darf man „Kurentovanje“ nicht verpassen, wie der berühmte und größte organisierte Karneval in Slowenien von den Einwohnern von Ptuj genannt wird. In dieser Zeit überschwemmen tanzende Kurenti die Straßen. Das sind Faschingsfiguren in mächtigen Gewändern und Masken aus Schafsfell und mit Kette und großen Glocken um die Taille. Nach altem Brauch vertreiben Kurenti durch Hopsen und viel Lärm den Winter und das Böse aus dem Land und rufen den Frühling sowie eine gute Ernte herbei. Seien Sie nicht überrascht, wenn beim Bummeln durch die Stadt Ptuj plötzlich eine Kreatur im Schafsfell vor Ihnen tanzt. Hinter den furchteinflößenden Faschingsmasken verbergen sich die gutmütigen Einwohner, die es voriges Jahr geschafft haben, dass die Umzüge der Kurenti in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurden.

Karstschinken mit Aussicht und was sind „Osmice“

Wenn Sie gastronomiebegeistert sind, dann werden Sie sich in Slowenien einfach verlieben, denn die Größe (oder die Kleinheit, wenn Sie so wollen) des Landes ist wie geschaffen dafür, dass man in einigen Tagen die Geschmäcker aller Regionen des Landes kennenlernen kann. Wenn man nicht so viel Zeit zur Verfügung hat, dann reicht schon ein Tag, denn mit dem Auto reist man schon in gut drei Stunden durch das Land. Und was gibt es Schöneres, als ein Tag, den man mit original slowenischem Käse beginnt, der auf den Almen der slowenischen Berge hergestellt wurde, wo Kühe und Kleinvieh weiden, und den Tag mit einem gut belegten Teller an der warmen slowenischen Küste oder in Goriška Brda und im Karst in der Nähe der slowenisch-italienischen Grenze ausklingen lässt, wo einem im Borawind getrockneter Karstschinken, Pancetta oder Schweinenacken auf der Zunge zergeht. Gewöhnlich kommt Karstschinken zusammen mit einem Glas des autochthonen, feuerroten Teran-Weins auf den Tisch, der auf einem relativ schweren und lehmigen Terra-Rossa-Boden sowie in einem warmen und trockenen Klima mit viel Sonne und Karstborawind angebaut wird, der das ganze Jahr auch den Karstschinken trocknet. Alles was im Karst angebaut und erzeugt wird, schmeckt außergewöhnlich gut. Wenn man dazu noch die Spaziergänge durch die engen Dörfer mit der typischen Karstarchitektur und die unendlichen Lavendelfelder hinzunimmt, dann ist schnell klar, warum der Karst die slowenische Provence genannt wird.

Auch in der in nächster Nähe liegenden Region Goriška Brda bekommt man schnell das Gefühl, dass die ganze Region nur ein einziger großer Weingarten ist. Einige schwören darauf, dass der Besuch dieser Landschaft der sanften Hügel im Frühling am schönsten ist, wenn die Landschaft mit einem weißen Tuch aus Kirschblüten bedeckt ist. Andere wiederum setzen auf den frühen Herbst, wenn die Landschaft in Herbstfarben getaucht ist, die Weinreben sich rot färben und verwelken. Wie bereits erwähnt, gibt es in Slowenien neun Weinanbaugebiete und unter ihnen sticht die Region Goriška Brda sicher heraus, denn sie hat wohl die meisten Medaillen und Auszeichnungen pro Hektar Weinberg in ganz Slowenien. In Slowenien findet man mehr als 28.000 Weinkeller, in denen jährlich mehr als 90 Millionen Liter verschiedener Weinsorten hergestellt werden. Wenn man das in die Sprache der Statistik übersetzt, hat der Zweimillionenstaat Slowenien einen Weinberg je 70 Einwohner.

Und wenn Sie durch den Karst oder Goriška Brda streifen, fragen Sie ruhig die Einwohner, wo es eine „Osmica“ gibt, eine lokale Besonderheit, die Feinschmecker von nah und fern in diese Region lockt. „Osmica“ ist eine altertümliche Tradition, die schon aus der Zeit des deutschen Kaisers Karl des Großen bekannt ist. In dieser Zeit bedeutete das das Recht, dass die Bauern auf ihren Höfen acht Tage im Jahr den Wein ohne Steuer verkaufen dürfen, heute erweiterten die findigen Slowenen das Angebot auch mit hausgemachten Speisen, Trockenfleischprodukten, Käse, nativem Olivenöl und anderen geografisch typischen Gaumenfreunden und bieten diese Produkte auf ihren Höfen und Weinschänken zum Verkosten an. Und wenn Sie nicht vollkommen überzeugt sind, ob Sie an die richtige Tür geklopft haben, zerbrechen Sie sich nicht den Kopf. Rote hölzerne Richtungspfeile mit Efeuzweigen, sogenannte „Fraske“, zeigen Ihnen den Weg, und moderne Gäste finden Informationen auch im Internet. Um wirklich sicher zu gehen, ist es am besten die Gastgeber anzurufen und zu fragen, ob sie geöffnet haben und ob noch ein Tisch frei ist.

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