Deutschland die Nummer Eins im slowenischen Außenhandel

Deutschland die Nummer Eins im slowenischen Außenhandel
Deutschland die Nummer Eins im slowenischen Außenhandel
  02.04.2019  |  06:35
Čas branja: 8 min
Rekord in den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Slowenien und Deutschland

Im äußersten Nordosten Sloweniens, nicht weit entfernt von der kroatischen Grenze, liegt das kleine Dorf Odranci mit kaum 1651 Einwohnern. In dem Dorf, das vor allem für den Anbau von Buchweizen und Hirse bekannt ist, zog im Oktober 2008 ein frischer Wind ein; für diesen Wind sorgte Karl Heinz Schuler, der deutsche Unternehmer und Besitzer des deutschen Wohnmobilherstellers Carthago Reisemobilbau GmbH, der zu Beginn der Wirtschaftskrise in Odranci feierlich eine neue Wohnmobilfabrik eröffnete und die ersten 40 Mitarbeiter beschäftigte.

Schon in den ersten fünf Jahren seiner Tätigkeit ist Carthago in Slowenien den Erwartungen seines deutschen Besitzers gerecht geworden und schrieb eine Erfolgsgeschichte, denn die Produktionsflächen haben sich in dieser Zeit praktisch verdoppelt. Die deutsche Gruppe ist einer der größten Arbeitgeber im Nordosten Sloweniens. Während 2013 in der Fabrik etwas weniger als 400 Mitarbeiter beschäftigt waren, arbeiten hier heute bereits fast 800 Mitarbeiter oder aus demografischer Sicht fast die Hälfte der Einwohner von Odranci. Die Carthago Unternehmensgruppe hat zum zehnten Jahrestag der Geschäftstätigkeit in Slowenien schon 20.000 Wohnmobile produziert, viele von ihnen wurden direkt aus Odranci ihren neuen Besitzern nach Deutschland geliefert.

Das kleine Slowenien vergrößert seinen Handelsüberschuss mit Deutschland

Noch vor etwas weniger als zehn Jahren galt das zwischen Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien gelegene Slowenien mit seinen zwei Millionen Einwohnern als ein Land, das für ausländische Investitionen ziemlich geschlossen war. In den letzten Jahren hat sich das endlich geändert. Slowenien ist immer offener für fremdes Kapital und auch ausländische Investoren zeigen immer mehr Interesse für Investitionen in dieses mitteleuropäische Land. Nach 2014 haben auch die direkten ausländischen Anlagen erneut zugenommen. Wie die Daten der slowenischen Zentralbank zeigen, hat sich im Zeitraum von 2013 bis Ende des Jahres 2017 auch der Umfang der direkten ausländischen Anlagen von 8,9 Milliarden auf etwas mehr als 13 Milliarden Euro vergrößert.

Wichtige Investoren in Slowenien sind auch deutsche Unternehmen, wobei das deutsche Unternehmen Carthago noch längst nicht die einzige slowenische-deutsche Erfolgsgeschichte ist. Konzerne wie BSH, Mahle, Hella, Novem, Knauf Insulation, um nur einige zu nennen, sind heute in der slowenischen Industrie wichtige Arbeitgeber, wobei das deutsche Kapital seinem geschäftlichen Interesse auch im Rahmen der von der slowenischen Regierung durchgeführten Privatisierung slowenischer Unternehmen folgte. Der slowenische Flughafen Brnik wurde 2014 vom Betreiber des Frankfurter Flughafens Fraport übernommen und seit Januar 2016 ist auch die größte slowenische Fluggesellschaft Adria Airways in deutschem Besitz. Seit der slowenischen Unabhängigkeit im Jahr 1991 haben slowenische und deutsche Unternehmen zudem zahlreiche feste Partnerschaften geschlossen. Besonders eng ist die Kooperation in der Automobilindustrie, in der slowenische Unternehmen wichtige Lieferanten der deutschen Automobilgiganten sind, und es gibt in Europa fast kein Auto, in dem nicht mindestens ein in Slowenien hergestelltes Teil verbaut ist.

Auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind einfach ausgezeichnet. Nach dem Rekordjahr 2017, als der Handelsaustausch zwischen den beiden Ländern zum ersten Mal die magische Grenze von zehn Milliarden Euro überschritt, ist er voriges Jahr auf 11,8 Milliarden Euro gestiegen, wie die ersten Prognosen des slowenischen Statistikamtes zeigen. Voriges Jahr importierte Slowenien aus Deutschland für 5,5 Milliarden Euro Waren und exportierte nach Deutschland für 6,3 Milliarden Euro Waren, was 20 Prozent des gesamten Exports darstellt. Der Warenaustausch ist im Jahr 2018 im Vergleich zu 2017 um sieben Prozent gestiegen.

Interessant ist, was den Austausch mit Deutschland betrifft, ferner die Angabe, dass Slowenien mit seinen zwei Millionen Einwohnern auch eines der seltenen Länder in der Europäischen Union ist, das mit Deutschland einen Außenhandelsüberschuss erzielt hat und dass sich dieser weiterhin vergrößert – von 470 Millionen Euro im Jahr 2017 ist der Überschuss voriges Jahr schon auf 800 Millionen Euro gestiegen.

Slowenen sind treue Mitarbeiter

Obwohl auch Slowenien, ähnlich wie viele andere europäische Länder, schon mit Personalmangel konfrontiert ist, und sich der Kampf um Talente auch in den Ländern südlich der Alpen verschärft, stellen ausländische Investoren unter den Hauptvorteilen Sloweniens beim Anlocken ausländischen Kapitals noch immer vor allem das qualitativ hochwertige und qualifizierte Personal heraus. Der wichtigste Faktor für die Auswahl des Produktionsstandortes ist und bleibt in Slowenien der Mensch, betont der Deutsche Christof Vollstedt, der am ersten Oktober vorigen Jahres die Leitung des Unternehmens Henkel Maribor übernommen hat. Die Fabrik, die nach der zweitgrößten slowenischen Stadt benannt wurde, die in der Nähe der slowenisch-österreichischen Grenze liegt, war eine der ersten slowenischen Gesellschaften, die von ausländischen Investoren übernommen wurde. Henkel beschäftigt heute in Slowenien mehr als 670 Mitarbeiter, wobei die Fabrik in Maribor auch eine der wichtigsten Produktionsstätten des deutschen Konzerns in der Beauty Supply Chain in Europa ist.

„Slowenien kann sich mit einem guten Ausbildungssystem rühmen, Schulen und Universitäten sind zu Recht hoch angesehen. So wie in

anderen Teilen Europas bemerkt man auch in Slowenien, dass es an Fachkräften mangelt, auf der anderen Seite zeichnet aber slowenische Mitarbeiter die Loyalität zu den Unternehmen aus. Das hilft dabei, die Mitarbeiter in den Unternehmen zu halten, auch wenn ihnen vielleicht in anderen Branchen oder Unternehmen auf der anderen Seite der Grenze Firmen noch attraktivere Bedingungen bieten. Nicht nur Fleiß und Qualitätsbewusstsein, die Mitarbeiter zeichnen sich auch durch Erfindungsgabe und nachhaltiges Denken aus“, betont Vollstedt.

Auch der Besitzer der Carthago Reisemobilbau GmbH Karl Heinz Schuler, der gerne sagt, dass die Betriebsstätte in Odranci den „Antriebsmotor“ der deutschen Gruppe darstellt, betont die hochwertigen Arbeitskräfte. Schuler schätzt vor allem die hohe Arbeitsmoral, große Flexibilität und Mobilität der slowenischen Arbeitnehmer, auch die Kommunikation stellt kein Hindernis dar, denn Deutsch wird in Slowenien oft in der Schule gelernt. Die Deutschen und die Slowenen sind sich auch in der unternehmerischen Kultur sehr ähnlich, stellt Schuler noch fest. „Ähnlich wie die Deutschen identifizieren sich auch die Slowenen gerne mit dem eigenen Unternehmen, eine große Unterstützung bei zahlreichen Projekten ist auch die Kreativität unserer slowenischen Mitarbeiter. Aufgrund der hohen Qualitätsansprüche können wir auch in unserem slowenischen Werk zu 100 Prozent die einzigartige Qualität unserer Fahrzeuge und das in Deutschland entwickelte Engineering verwirklichen. Gleichzeitig erzielen wir in unserem Werk in Odranci zahlreiche Synergien der Kooperation, mit denen wir bei den Ressourcen, den Kapazitäten und dem Haushalt Einsparungen erzielen können. Die Mitarbeiter von Carthago in Slowenien können stolz sein auf ihre Leistung.“

Slowenien ist ausgezeichnet mit der ganzen Welt verbunden

Vollstedt und Schuler stellen als eine Besonderheit Sloweniens auch seine geostrategische Lage zwischen Westeuropa und Südosteuropa heraus sowie die ausgezeichneten logistischen Verbindungen mit dem regionalen und dem europäischen Markt. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Hafen von Koper in der Nähe der slowenisch-italienischen Grenze, der sich eines der wichtigsten und größten Autoterminals am Mittelmeer rühmen kann.

„Slowenien liegt im Zentrum Europas und stellt die ideale Verbindungsstelle mit anderen Ländern des europäischen Kontinents und Grenzgebieten dar. Das Land hat auch eine gute und vorbildliche Straßen-, Bahn- sowie maritime Infrastruktur – Slowenien hat einen eigenen Hafen. Und gerade dank der guten Infrastruktur konnten wir bei Henkel nachhaltige Lösungen für den Transport unserer Waren finden. Auf einigen Exportwegen verwenden wir heute schon das intermodale Modell, bei dem Straßen- und Bahntransport bzw. Straßen- und Seeverkehr kombiniert werden“, betont Vollstedt. Ferner treffen in Slowenien zwei wichtige Verkehrskorridore aufeinander, der fünfte Korridor, der Lissabon mit Kiew verbindet, und der zehnte Korridor, der München mit dem griechischen Hafen Thessaloniki verbindet.

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